Marc Chagall

Maler - Lithograph - Autor

Marc Chagall und Tochter

Am Ende des letzten Jhd. als russischer Jude in großer Armut geboren, erlangt er im freien Paris erste Anerkennung, ging jedoch während des 1. Weltkrieges nochmals nach Rußland. Er heiratete Bella und seine Tochter Ida wurde geboren. 1922 kehrte er nach Paris zurück und wird 1937 französischer Staatsbürger.

Im Mai 1941 gibt er dem Drängen der vielen Freunde nach und siedelt auf Einladung des MET Museums nach New York über. In Deutschland werden zur gleichen Zeit seine Bilder von den Nazis verbrannt. In Amerika schafft er Bühnenbilder und die ersten Farblithographien. Zahlreiche Ausstellungen und Ehrungen wurden ihm zuteil. 1944 stirbt unerwartet seine geliebte Frau Bella. Chagall ist vor Schmerz 6 Monate unfähig zu malen. Foto: Marc Chagall und Tochter Ida, New York 1945. Aufnahme von Lotte Jacobi (1896-1990), deutsch-amerikanische Fotografin und Filmemacherin.

Druckgraphisches Werk | zur Galerie

1947 reist er nach Paris zur Eröffnung der großen Retrospektive und bleibt für immer in Frankreich. Nun beginnt seine Tätigkeit als Lithograph im Atelier der Gebrüder Mourlot.
In den kommenden Jahren wächst sein Ruhm und zahlreiche Ausstellungen sind in Europa und sogar Japan zusehen. Er schafft mit Charles Marq die berühmten Glasfenster für die Synagoge in Jerusalem u.a. Er realisiert mit über 70 Jahren das gleichermaßen bezaubernde und beeindruckende Deckengemälde in der Pariser Oper als Geschenk an die Stadt.

Neben einem großen malerischen Oeuvre sehen wir Chagall´s Bedeutung heute vor allem in seinem druckgraphischen Werk, das seine Kunst weltweit bekannt machte. Chagall hat die Druckgraphik als künstlerisch vollwertiges Mittel betrachtet und schuf in 63 Jahren über 800 Kupferstiche und Radierungen und über 1000 verschiedene Lithographien.
Chagall konnte mittels der Lithographie ein wichtiges neues Element in sein Druckgraphisches Werk bringen: die Farbe!

Farbe ist die Sonne, die in den Garten tritt

Zu der Farbe kommen in Chagall´s Kompositionen die Kraft der Gefühle, das Licht, die Liebe und Zärtlichkeit, Unschuld, Harmonie, Güte und Schönheit, die in seinen immer wiederkehrenden Elementen dargestellt werden. Wenn er spürte, daß es für das Gleichgewicht eines Bildes einfach notwendig war, an einer bestimmten Stelle einen roten Fleck anzubringen, auch wenn er dies nicht immer begründen konnte, dann dachte er bewußt oder unbewußt, warum soll denn dieser Fleck nicht die Form eines Tieres annehmen!

Chagall´s Schöpfungen sind eine immer wiederkehrende Kombination bekannter Elemente, die wie selbstverständlich aus der Hand des Künstlers in seine Bilder flossen. Die Spannung in seinen Kompositionen erzeugen die Farben, die eben nicht paßgenau in die Konturen gefüllt sind, sondern diese fließend und tröpfelnd umspielen. Die Farbe sprengt die Form, beide Elemente zusammen machen den Rhythmus seiner Kunst aus. Marc Chagall über die Farblithographie: "Mir kommt es vor, als würde mir irgend etwas fehlen, wenn ich mich von einer bestimmten Zeit meines Lebens ab .... nicht auch mit der Lithographie befaßt hätte. Beugte ich mich über einen lithographischen Stein, so war mir, als ob ich einen Talisman berührte. Es schien mir, daß ich darin all meine Bedürfnisse und all meine Freuden bergen könnte."
Am 28. März 1985, starb Marc Chagall im Alter von 97 Jahren in Saint-Paul-de-Vence.
- Birgit Strehler M. A. -