Der Kupferstich

veraltet auch Chalkographie genannt

Der Kupferstich ist ein manuelles Verfahren zur Herstellung von Tiefdruckplatten und ist neben der Radierung das am häufigsten verwendete Tiefdruckverfahren.

In der Renaissance und frühen Neuzeit war der Kupferstich als Mittel der Buchillustration sehr beliebt. Namhafte Künstler fertigten - oft im Auftrag von Fürsten und Herrschern - Kupferstiche an, die dem Zweck heutiger Porträtfotografie dienten oder Städte und Herrschaftssitze abbildeten. Die Blütezeit erlebte der Kupferstich im Barock mit Künstlern wie Peter Paul Rubens und Matthias Merian. Der Kupferstich wurde jedoch bald als Mittel der Gemäldereproduktion abgelöst, weil durch die Erfindung der Aquatinta und Schabkunst Techniken zur Verfügung standen, mit denen Grauabstufungen und sogar Farbdrucke möglich wurden.

Ein Kupferstich entsteht:

Der Kupferstecher überträgt die Zeichnung seitenverkehrt auf eine gleichmäßig dicke, plangeschliffene Kupferplatte, indem er mit einem Grabstichel die Linien und Punkte eingräbt. Diese Vertiefungen nehmen dann beim Druckvorgang die schwarze Farbe auf, die durch den Druck in der Druckerpresse auf das angefeuchtete Papier übertragen wird. Auf dem Papierbogen wird durch den starken Druck ein Prägerand von der Kupferplatte sichtbar. Jeder erneute Druck von der Kupferplatte gilt wieder als Original Graphik. Für die Blumengraphik wird der einfarbig schwarze Kupferstich farbig von Hand koloriert.
-Birgit Strehler M. A.-